IMG_0491.JPGKlauenentzündunge bei Rindern

mögliche Ursachen:

- kleinste Verletzungen ermöglichen das Eindringen von Bakterien 
- bei einem geschwächten Imunsystem können sich diese Bakterien übermässig einnisten und vermehren

Daraus können sich erhebliche Entzündungen ergeben oder auch die gefürchtete Erdebeerenkranheit (Mortellaro / Dermatitis digitalis) entwicklen.
Diese Krankheiten sind für das Tier äusserst schmerzhaft, führen zu ausgeprägter Lahmheit und können unbehandelt eine Euthanasie des Tieres zur Folge haben.
Ebenfalls ist die Leistungsfähigkeit der betroffenen Kühe beeinträchtigt.

Meisten sind die Bakterien Staphylococos aureus und Treponemen an den Vorgängen beteiligt.
Der Staphylococos aureus ist auch für Multi Resistenzen (MRSA) bekannt und gefürchtet, welche auch in Spitälern zu massiven Problemen führen.

Multi Resistente Keime sind auch in den meisten Ställen weitverbreitet.
Deshalb ist die standard Behandlung mit Antibiotika oft nicht erfolgreich.
Äusserlich aufgebrachtes Antibiotika (violetter Spray) erreicht, die tief im Gewebe sitzenden Keime nicht oder nur ungenügend.
Was wiederum die Resistenzbildung begünstigt.

Bei dieser Behandlung bilden sich vermehrt sog. Ruhestadien der Krankheit (M4).
Daraus können sich jederzeit wieder akute Stadien entwickeln. Ein Teufelskreis.

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Behandlung:

Je schneller ein Klauenproblem erkannt und richtig behandelt wird, desto schneller erfolgt die Heilung und desto geringer sind die Komplikationen.

Eine offensive, konsequente und gesamtheitliche Behandlung hat sich bewährt.
Darunter verstehe ich parallel zur symptomatischen Behandlung der Entzündung auch die gleichzeitige Stärkung des Immunsystems.

Betroffene Tiere sind sofort zu separieren (Quarantäne).
Die Verschleppung der Keime ist bestmöglich zu verhindern (separate Kleidung, Handschuhe, Werkzeuge etc in der Quaratänestation, persönliche Hygiene, beschränkter Zugang zur Quarantänestation).

Gerne Unterstütze ich sie bei der Behandlung und Vorbeugung von Klauenproblemen bei Ihren Tieren.

Akut Phase:

symptomatische Behandlung der Entzündung:

- Eröffnung des Entzündungsherdes (falls nicht schon von alleine passiert)
- Desinifizieren mit getränkten Verbänden (regelmässig alle 2 Tage wechseln)
  - Multihysan der Firma Reico
  - kolloideales Siberwasser (200ppm) 
  - Kupfersulfat (damit ist vorsichtiger Umgang angezeigt, wegen möglicher Auslösung von sekundär Infektionen)
  - Zincoxyd
- je nach Krankheitsbild ist die Behandlung mit Antibiotika durch den Tierarzt angezeigt 

gesamtheitliche Behandlung:  

- Umgebung (Läger, Futterkrippe, Wassertränken etc.) mit Effektiven Mikroorganismen EM besprühen
- geschwollene Gliedmassen abwechselnd Essigsaurertonerde/Heilerde (3A86 von Reico) und steif geschlagenem Eiweiss bestreichen
- verbessern des mineralischen Gleichgewichtes durch tägliche orale Gabe von 3A86 von Reico
- energetische Behandlung zur Stäkung des ganzen Organismus 
- check auf zusätzliche Stressoren (Würmer, Pilze, Flechten etc) und nötigenfalls behandeln
- Reduktion des Eiweises im Futter durch Gabe von raufaserreichem Futter 

Vorbeugung:

- Stallhygiene 
  - feuchte Stellen vermeiden 
  - tägliche Entfernung von Kot und Urin 
  - saubere und trockene Einstreu 
  - einschleppen von fremden Keimen verhindern (Besucher, Tierarzt, Besamer, Kollegen)
  - neue Tiere in Quarantäne stellen (mind. 4 Wochen)
  - wenn nötig 2 mal pro Woche Stall mit Multhysan ausnebeln (besonders bei starken und wiederkehrenden Problemen)
  - Stall mehrmals Kalken  
- Tierpflege
  - regelmässige Klauenpflege (3mal jährlich)
  - regelmässige Entwurmung
  - Pilze, Flechten und andere Parasiten bekämpfen
  - Besatz an den zur Verfügungstehenden Platz anpassen (Reduktion von Stress in der Herde) 
- ​​​​​Fu​tter 
  - gutes raufaserreiches Futter (eventuell Stroh im Mischwagen beigeben)
  - nicht zu hohe Eiweisgabe (auch wenn Milchleistung dadurch nicht das Maximum erreicht) 

Informationen zum Staph. Aureus

Weiter Infos zum Bacilus Staphylococcus Aureus (Quelle Wikipedia) 

Pathogenität

Meist löst Staphylococcus aureus bei Menschen und Tieren keine Krankheitssymptome aus. Man spricht in diesem Falle von einer klinisch asymptomatischen Besiedlung oder Kolonisation des Wirts mit dem potentiell pathogenen Bakterium („Kolonisationskeim“). Bekommt das Bakterium durch günstige Bedingungen oder ein schwaches Immunsystem des Wirts die Gelegenheit, sich auszubreiten, kommt es zu Krankheitserscheinungen. Beim Menschen kommt es zu Hautentzündungen (FurunkelKarbunkel), Muskelerkrankungen (Pyomyositis), in ungünstigen Fällen auch zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie LungenentzündungEndokarditisToxisches Schocksyndrom (TSS) und Sepsis. Falls diese Bakterien Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika erwerben (Multiresistenz), sind sie besonders schwer zu eliminieren und werden bei Übertragung auf Dritte auch für diese zur Gefahr.

Bei Menschen und Tieren ist Staphylococcus aureus einer der wichtigsten Verursacher von Mastitis.

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