Wie viel Hafer ist gesund fürs Pferd?

Wie mit allen Getreidesorten kann man auch bei der Haferfütterung keine pauschale Aussage für das Pferd
treffen. Hafer sollte bedarfsgerecht – also vom Energiebedarf des Pferdes abhängig – gefüttert werden. In erster Linie sollte der Energiebedarf über Heu, Weidegras und Stroh sichergestellt werden. Viele Pferde haben damit bereits genug und kommen sehr gut auch ohne den Hafer aus. Pferde aber, die deutlich mehr bewegt werden, regelmäßig arbeiten oder im Sport geritten werden, sollte man zusätzlich mit einer Energiequelle, wie z.B. Hafer, füttern. Hafer wird zu 80 bis 90 % (je nach Quelle) bereits im Dünndarm verdaut; hier spielt es nur eine unwesentliche Rolle, ob Hafer im ganzen Korn oder gequetscht gefüttert wird. Kommt zu viel Stärke im Dickdarm an, führt dies zu einer Verschiebung der Darmflora und belastet die Entgiftungsorgane. Viele andere Getreidesorten besitzen eben nicht diese hohe Verdaulichkeit ihrer Stärke im Dünndarm des Pferdes. Somit ist Hafer das für das Pferd geeignetste Getreide. Da verhindert werden soll, dass Stärke in den Dickdarm gelangt, werden andere Getreidesorten heute gerne thermisch aufgeschlossen.

Enzyme (Amylasen) sind für die Verdauung im Dünndarm verantwortlich. Diese stehen aber nur begrenzt zur Verfügung. Pferde, in Abhängigkeit der Rasse und der Regelmäßigkeit einer Haferfütterung, können pro Mahlzeit zwischen 0,5 und 1 Gramm Stärke je kg Lebendmasse im Dünndarm verdauen. 1 kg Hafer hat je nach Sorte und Erntezeitpunkt zwischen 350 und 500 Gramm Stärke je Kilo. Daher dürfte bei manchen Pferden (gerade die Robustpferderassen) bereits mit einem halben Kilo Hafer die enzymatische Stärkeverdaulichkeit erreicht werden.
Größere Stärkemengen aus dem Hafer würden dann im Dickdarm durch Fermentation verdaut werden. Dies führt, wie bereits erwähnt, zu einer pH- Verschiebung, einer Anflutung unerwünschter Darmbakterien, Entstehung von Endotoxinen und am Ende zu einer Belastung der Entgiftungsorgane. In der Folge entsteht eine negative Energiebilanz und die Pferde nehmen zusätzlich zu den Stoffwechselrisiken eher ab als zu. 

Fazit: Hafer sticht das Pferd nicht:

Hafer in bedarfsgerechten Mengen macht Ihr Pferd nicht verrückt – im Gegenteil. Hafer macht Pferde vital, lebensfroh und voller Tatendrang (eigentlich das, was wir von einer gesunden Pferdefütterung erwarten). Hafer „wirkt“ ca. ein bis zwei Stunden nach der Fütterung – in dieser Zeit können Sie sich diese Energie zu Nutze machen. Wollen Sie es aber ruhig angehen, warten Sie eben mit dem Bewegen bis mindestens 2 bis 3 Stunden nach der Fütterung – oder reduzieren Sie die tägliche Menge und füttern Sie ganzen Hafer. 

Quelle:  natural-horse-care.com

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